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Seit 30 Jahren im Einsatz f├╝r die Natur


Das Papiliorama feiert dieses Jahr sein Jubil├Ąum

Ein feuriger Verfechter der Natur stand in den 1980er Jahren am Anfang einer 30-j├Ąhrigen Erfolgsgeschichte. Vor drei Jahrzehnten gr├╝ndete der niederl├Ąndische Biologe Maarten Bijleveld voller Idealismus im neuenburgischen Marin das Papiliorama. Heute ist das Tropenhaus an seinem Standort in Kerzers eine schweizweit bekannte Institution, die viel zur Erhaltung der Artenvielfalt beitr├Ągt.

Das Papiliorama er├Âffnete am 5. Mai 1988 in Marin im Kanton Neuenburg. Der niederl├Ąndische Biologe Maarten Bijleveld und seine Frau Catheline hatten die Non-ProfitOrganisation gegr├╝ndet, um dem Publikum die Sch├Ânheit und Zerbrechlichkeit der Natur zu zeigen. Die beiden Natursch├╝tzer wurden von ihrem eigenen Erfolg ├╝berrascht. Bereits 1989 reisten rund 220'000 Besucher an. Schnell entwickelte sich das Papiliorama nicht nur zu einer bedeutsamen Institution, die sich f├╝r den Erhalt der Artenvielfalt einsetzt, sondern auch zu einer wichtigen touristischen Attraktion in der Schweiz. Einen herben R├╝ckschlag erlebte das Tropenhaus 1995, kurz bevor das Nocturama er├Âffnet werden sollte. Ein Grossbrand zerst├Ârte die komplette Anlage. ┬źDer Brand war ein schrecklicher Tiefschlag. Nicht nur, dass die Kuppel zerst├Ârt wurde. Sondern am folgenden Morgen fand ich alle Kolibris tot auf. Sie waren erfroren┬╗, erinnert sich Maarten Bijleveld. Ohne sich entmutigen zu lassen, baute das Papiliorama-Team den tropischen Garten innerhalb von nur gerade neun Monaten erneut auf. 


Eingang Standort Marin, NE

 

Schwieriger Umzug ins Seeland 
Ein herausfordernder Moment in der Geschichte des Papiliorama war der Umzug nach Kerzers im Freiburger Seeland im Jahr 2003. Dazu kam es, weil auf dem Gel├Ąnde in Marin zunehmend der Platz fehlte und es im Kanton Neuenburg keinen anderen realistischen Standort gab. Trotz einer extrem schwierigen Bauphase ÔÇô im Jahr 2002 regnete es praktisch ununterbrochen ÔÇô und einiger Verz├Âgerung konnte das Papiliorama im April 2003 seine neue Anlage in Kerzers er├Âffnen. Der Start am neuen Standort war schwierig. Im ersten Betriebsjahr musste die Institution wegen des Hitzesommers sehr schlechte Besucherzahlen hinnehmen. In den Folgejahren k├Ąmpfte sie immer wieder mit finanziellen Schwierigkeiten. Schrittweise jedoch gelang es dem Papiliorama-Team, das Projekt auf den Erfolgspfad zur├╝ckzuf├╝hren. Dazu beigetragen haben auch innovative Projekte und stetige Anpassungen des Angebots.


Weitreichende Schutzprojekte
Ein beispielhaftes Projekt und eine Herzensangelegenheit etwa war der Jungle Trek, der im Jahr 2008 er├Âffnet wurde. Die Ausstellung ist eine exakte Kopie eines Tropenwaldes, den das Papiliorama seit 1989 in Belize sch├╝tzt. Der Jungle Trek stand am Anfang eines umfassenden Schutzprojektes im zentralamerikanischen Land. Heute sch├╝tzt die Kerzerser Institution rund 350 Quadratkilometer Wald in Belize, was zweimal der Fl├Ąche des Schweizerischen Nationalparks im Kanton Graub├╝nden entspricht. Dieses Engagement ist nur dank den Spenden der Besucherinnen und Besucher des Papiliorama m├Âglich. Mittlerweile setzt sich das Papiliorama vermehrt auch f├╝r die Biodiversit├Ąt und die Erhaltung der Artenvielfalt in der Schweiz ein. So wird etwa die europ├Ąische Sumpfschildkr├Âte, die einzige einheimische Schildkr├Âte der Schweiz, im Rahmen eines nationalen Projekts mit Unterst├╝tzung von Zoo Schweiz gesch├╝tzt, gez├╝chtet und wiederangesiedelt. Weiter setzt sich das Papiliorama daf├╝r ein, dass es auch hierzulande wieder mehr Lebensraum f├╝r Schmetterlinge gibt. Die grossz├╝gigen Aussenbereiche sind dem ┬źWilden Seeland┬╗ gewidmet und bieten Lebensraum f├╝r einheimische Pflanzen und Tiere. ┬źMir gef├Ąllt diese Weiterentwicklung ausserordentlich┬╗, sagt Gr├╝nder Maarten Bijleveld dazu. ┬źDass wir jedoch schon so weit sind, dass wir sogar unsere einheimischen Tiere und Pflanzen in diesem Ausmass sch├╝tzen m├╝ssen, muss uns nachdenklich stimmen┬╗.
 

Investitionen in die Zukunft 
Zwar wird die Stiftung Papiliorama f├╝r ihre Arbeit immer wieder projektbezogen von der ├Âffentlichen Hand, Institutionen, Organisationen und Privaten unterst├╝tzt. Doch seinen laufenden Betrieb mit gegen 130 Mitarbeitenden finanziert das Tropenhaus ohne ├Âffentliche Gelder. Um seine Betriebsaufw├Ąnde von rund f├╝nf Millionen Franken decken zu k├Ânnen, ist das Papiliorama auf seine Besucherinnen und Besucher angewiesen. Heute besuchen rund 260'000 Menschen pro Jahr das Papiliorama. Verschiedene Projekte sollen das Besuchererlebnis weiter verbessern und die Zukunft der Institution sichern. Bereits im Mai wird im Eingangsbereich eine neue Ausstellung zum Thema Schmetterlinge er├Âffnet. Im Sommer folgt dann die Er├Âffnung eines grossen Auen- und Sumpfgebietes mit einem Biodiversit├Ątspfad und Beobachtungs-H├╝tten. In den kommenden Jahren sind noch weitere zus├Ątzliche Attraktionen und Ausstellungen auf dem Gel├Ąnde in Kerzers geplant. ┬źSo werden wir uns weiteren Themen widmen k├Ânnen, die uns am Herzen liegen┬╗, sagt Direktor Caspar Bijleveld, ebenfalls Biologe und Sohn des Gr├╝nders Maarten Bijleveld. ┬źUnd wir k├Ânnen auch den Komfort f├╝r die Besucher gerade an besucherintensiven Tagen wesentlich verbessern┬╗. Bei seinen Ausbaupl├Ąnen wird das Papiliorama von der Vereinigung ProPapiliorama unterst├╝tzt, in der sich Freunde des Papiliorama zusammengeschlossen haben.

 

 

Bild li:  Luftbild Standort Marin, NE

Bild re: Luftbild Standort Kerzers, FR

 

 


 

 

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