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Neuer Ausstellungsbereich im Papiliorama


Heimische Kleintiere geben sich die Ehre. Das neue ¬ęChlitierli-Z√§ut¬Ľ und der erste Wildbienen-Kalender der Schweiz wecken Faszination und Sympathie f√ľr die Welt der Krabbeltiere.

Das Papiliorama in Kerzers er√∂ffnet mit dem ¬ęChlitierli-Z√§ut¬Ľ und dem Wildbienen-Kalender eine neue Dauerausstellung in seiner Aussenanlage. Mit dem Umbau der Schweizer Schmetterlingsvoli√®re wurde diese mit weiteren einheimischen Kleintieren erweitert und die Umweltsensibilisierung in den Fokus ger√ľckt. Neu stehen nebst den Schmetterlingen verschiedene einheimische Kleintierarten im Rampenlicht: Marienk√§fer, Regenw√ľrmer, Ameisen, Gelbbauchunken und viele mehr. Hier k√∂nnen die Besucher von ganz Nahem hinsehen und viel Spannendes √ľber die vermeintlich bekannten Bewohner unserer G√§rten und deren Schutz erfahren.

Der neue Ausstellungsbereich ist 3sprachig gestaltet in Deutsch, Französisch und Englisch undwurdeoffiziell am 17. Mai 2014 eröffnet.

In enger Zusammenarbeit mit der Organisation wildBee.ch ist entlang der Aussenvoli√®re auf √ľber 30 Metern der erste Wildbienen-Kalender der Schweiz entstanden. Hier sind verschiedene Arten - zu unterschiedlichen Perioden im Jahr - aktiv. Die √§usserst friedlichen Wildbest√§uber k√∂nnen in der Ausstellung gefahrlos von Gross und Klein kennen gelernt und von ganz nahe beobachtet werden.

¬ęW√§hrend viele Menschen meist nur die Honigbiene und vielleicht noch die Hummeln kennen, k√∂nnen sie hier entdecken, dass es noch eine riesige Vielfalt weiterer Arten gibt wie die Mauerbienen, Sandbienen, Blattschneiderbienen oder Seidenbienen¬Ľ, freut sich wildBee-Pr√§sidentin Deborah Millett. Spannendes zu erfahren gibt es auch √ľber die Bl√ľtenvorlieben der Wildbienen, verschiedene geeignete Niststrukturen und Tipps, wie die wichtigen Best√§uber gef√∂rdert und gesch√ľtzt werden k√∂nnen. Von den √ľber 600 heimischen Arten werden einige (noch) h√§ufige Arten vorgestellt, welche die Besucher auch nach dem Ausstellungsbesuch im eigenen Garten oder in der Nachbarschaft entdecken k√∂nnen. Ein Volk der Dunklen Erdhummel kann im Chlitierli-Z√§ut bei Tageslicht beobachtet werden. Die enge Verbindung von Wildbienen und Wildblumen kann anhand der naturnahen Gartengestaltung erfahren werden. Eine Vielfalt von √ľber 150 Arten von heimischen Wildpflanzen und Stauden, die ausschliesslich aus biologischem Anbau stammen, wurde in der Aussenvoli√®re angepflanzt.

Mit der Schmetterlingsvoli√®re wird eine wichtige Br√ľcke gebaut zwischen den im Papiliorama gehaltenen Tropenfaltern und den einheimischen Schmetterlingen. ¬ęDie Stiftung m√∂chte damit auf deren Schicksal aufmerksam machen, denn traurige Tatsache ist, dass rund zwei Drittel der Schweizer Schmetterlingsarten heute bedroht sind¬Ľ, erkl√§rt Direktor Caspar Bijleveld das Engagement der Stiftung. Hauptursache ist die Zerst√∂rung der nat√ľrlichen Lebensr√§ume und das damit verbundene Verschwinden der Pflanzen, welche die zum grossen Teil stark spezialisierten Schmetterlinge zum √úberleben brauchen. Hinzu kommt der Einsatz von immer giftigeren Pestiziden, wie zum Beispiel den Neonicotinoiden. Die Insektizide dieser Klasse kommen weltweit am h√§ufigsten zum Einsatz und hinterlassen ihre Spuren √ľberall in der Umwelt.

W√§hrend der warmen Jahreszeit fliegen Schwalbenschw√§nze, Tagpfauenaugen, Kleine F√ľchse, Admirale, Kohlweisslinge und andere h√§ufige Arten frei um die Besucher herum. Den n√∂tigen Nektar und die Pflanzen, welche sie f√ľr die Eiablage ben√∂tigen, finden sie im Trockenrasen und Halbtrockenrasen in der Voli√®re. Beide Lebensr√§ume, sowie zahlreiche der gezeigten Pflanzen sind im Schweizer Mittelland zu Rarit√§ten geworden, Opfer der intensiven Landwirtschaft und der √úberbauung. Mit etwas Gl√ľck k√∂nnen die Besucher im Schlupfkasten einem Schmetterling beim Ausschl√ľpfen zusehen. Und in den neu installierten Terrarien gibt es die Eier und Raupen verschiedener Arten zu entdecken.

Neu k√∂nnen in der frisch renovierten Voli√®re auf einer Fl√§che von 500 Quadratmetern aber auch andere einheimische Kleintiere in Terrarien von ganz Nahem betrachtet und bestaunt werden. Wie viel wissen wir wirklich √ľber die kleinen Bewohner unserer G√§rten? Und √ľber die immens wichtige Rolle, die sie in einem gesunden √Ėkosystem spielen? Ohne Regenw√ľrmer keine Durchl√ľftung des Bodens und kein Abtransport von organischem Material in den Boden. Ohne Marienk√§fer keine nat√ľrliche Kontrolle von L√§usen. Ohne Asseln keine Zersetzung von Holz und anderen organischen Stoffen usw. Mit dieser Ausstellung m√∂chte die Stiftung Papiliorama die faszinierende Vielfalt und Lebenswiese dieser Tiere aufzeigen, aber auch ihre Zerbrechlichkeit. Sie hofft, die Menschen zum Schutz zu motivieren und nicht zuletzt auch √Ąngste abzubauen, z.B. vor Spinnen.

 

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