Systematik

OrdnungCarnivora
Familie Procyonidae
Unterfamilie
Gattung Potos
ArtPotos flavus

Es gibt 14 Sorten oder Unterarten von Wickelbären, die sich durch die Struktur des Schädels, das Gebiss, die Farbe des Pelzes und die Größe unterscheiden.

Beschreibung

Auffallend sind die vorstehenden Knopfaugen mit den runden Pupillen. Der Pelz ist sehr dicht, weich, kurz und samtartig glänzend. Die lockere, leicht verschiebbare Haut kann am Bauch in Falten durchhangen. Wickelbären wiegen etwa 2 – 4 kg.

Biologie

Beim Laufen über dünne Äste und Lianen schwenkt der Wickelbär den Schwanz als Balancierorgan aus, beim Klettern sichert er sich damit. Der Schwanz wird sogar dafür eingesetzt, sich kopfüber von einem Ast hängen zu lassen und nach ansonsten unerreichbaren Früchten zu greifen. Bei dieser Gelegenheit fangen die Wickelbären manchmal auch Fledermäuse oder plündern mit ihren scharfen Krallen Bienennester, um an Honig zu gelangen. Dabei ist auch ihre 20 cm lange, dehnbare Zunge sehr nützlich. Die Tagesstunden verschläft der Wickelbär in einer Baumhöhle oder im dichten, kühlen Geflecht von Lianen und Blättern. Wickelbären bilden kleine Gruppen ohne strenge Rangordnung. Der Wickelbär ernährt sich überwiegend von Früchten wie Feigen, Avocados und Mangos. Auch Nüsse und Hülsenfrüchte nimmt er gerne und gelegentlich verspeist er auch Vogeleier und Jungvögel. Zur Nahrungsaufnahme legen sie sich oftmals hin, wie die alten Römer. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von bestimmten Samen und Kernen. Nach einer Tragzeit von knapp 4 Monaten bringen Wickelbären während der Trockenzeit in einer Baumhöhle ein oder seltener zwei Junge zur Welt.

Lebensraum

Die Kleinbärenart Potos flavus bewohnt die tropischen Wälder von Südmexiko bis zum brasilianischen Staat Mato Grosso. Obwohl Wickelbären in ihrem Verbreitungsgebiet fast überall häufig sind, bekommt man sie wegen ihrer nächtlichen Lebensweise und ihres mehrheitlichen Aufenthalts in den Baumkronen nicht allzu oft zu sehen.

Bedrohung

Wickelbären gelten wohl aufgrund ihres grossen Verbreitungsgebietes trotz der Jagd als nicht bedroht. Wickelbären haben kaum natürliche Feinde. Da sie sich meist in den Wipfelregionen von Bäumen aufhalten, werden sie nur selten Opfer von Bodenräubern wie dem Jaguar. Aufgrund ihrer Nachtaktivität sind sie auch nur eine seltene Beute von Greifvögeln, während die Eulen in ihrem Lebensraum zu klein sind, um eine Gefahr darzustellen. Der Wickelbär kommt unter anderem auch im Papiliorama-Reservat Shipstern in Belize, Zentralamerika vor (www.itcf.ch). Durch das Reservat kann das Papiliorama nebst der Zucht zur Arterhaltung in der Schweiz auch direkt im Verbreitungsgebiet zum Schutz dieser Tierart beitragen.