Systematik

Ordnung Cingulata
Familie Dasypodidae
Unterfamilie
GattungEuphractus
ArtEuphractus sexcinctus

Beschreibung

Gürteltiere sind plump und gedrungen gebaut. Die Oberseite ist mit einem Panzer aus Hautverknöcherungen bedeckt. Dieser besteht beim Sechsbindengürteltier aus sechs bis acht Segmenten mit wenigen Borsten und ist gelblich-braun gefärbt. Die Gliedmassen sind kurz und kräftig und besitzen Grabkrallen, die zum Aufbrechen von Insektenbauten oder zum Graben eigener Bauten geeignet sind. Auch das Skelett ist ausserordentlich kräftig. Das Sechsbindengürteltier wird 3.5 – 4.5 kg schwer. Auffallend sind die langen, tütenförmigen Ohren.

Biologie

Sechsbindengürteltiere legen Bauten an, die ein bis zwei Meter in den Boden reichen und in einer kleinen Kammer enden, die gerade Platz genug zum Umdrehen lässt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gürteltierarten sind sie vorwiegend tagaktiv, gehen jedoch gelegentlich auch nachts auf Nahrungssuche. Sie sind Einzelgänger und markieren ihr Territorium mithilfe von Duftdrüsen unter dem Schwanz. Artgenossen gegenüber verhalten sie sich aggressiv und greifen Eindringlinge mit Zähnen und Klauen an. Gürteltiere können gut schwimmen indem sie Luft schlucken und ihr spezifisches Gewicht dadurch vermindern. Sechsbindengürteltiere sind wahre Allesfresser und ernähren sich von Insekten, Schnecken, Würmern, Aas und unterirdischen Pflanzenteilen. Der gut entwickelte Geruchssinn hilft beim Auffinden der Nahrung im Boden. Nach 60 bis 65 Tagen Tragzeit bringt das Weibchen meist zwei (manchmal auch ein oder drei) Jungtiere zur Welt. Sie können verschiedengeschlechtlich sein (im Gegensatz zu den Neunbindengürteltieren). Die Jungen werden mit geschlossenen Augen geboren und der Panzer ist zu Beginn noch ganz weich. Die Augen öffnen sich nach 22 bis 25 Tagen und ab einem Alter von rund 30 Tagen nehmen die Jungtiere auch feste Nahrung zu sich. Geschlechtsreife erlangen Sechsbindengürteltiere im Alter von 9 Monaten.

Lebensraum

Das Sechsbindengürteltier lebt in Südamerika östlich der Anden, wo man es in Surinam und vom Amazonasbecken in Brasilien bis nach Nordost-Argentinien und Uruguay findet. Die bevorzugten Lebensräume sind Grasländer und Savannen.

Bedrohung

Diese Art ist weitverbreitet und gilt als eine der häufigsten Gürteltierarten. Sechsbindengürteltiere ernähren sich gelegentlich an Maissprösslingen in landwirtschaftlichen Feldern und werden dementsprechend durch den Menschen verfolgt. Die natürlichen Feinde der Gürteltiere sind verschiedene Raubtiere, wie Raubkatzen. Im Verteidigungsfall versuchen Gürteltiere ihren Bau zu erreichen und verstopfen den Eingang korkenartig mit ihrem Beckenpanzer. Manchmal entziehen sie sich ihren Feinden durch blitzartiges einbuddeln.