Systematik

OrdnungPiciformes
FamilieRamphastidae
Unterfamilie
GattungRamphastos
ArtRamphastos sulfuratus

Beschreibung

Der Regenbogentukan ist ein grosser Vogel mit einem Gewicht von rund 400 g und einer Gesamtkörperlänge von bis zu 52 cm. Der bunte Schnabel macht bis zu einem Drittel dieser Länge aus. Er ist hohl und mit feinem Knochengewebe verstärkt und ist dadurch sehr leicht. Er macht nur etwa ein Zwanzigstel des Körpergewichts aus. Die Struktur ist nicht nur ungewöhnlich stabil und leicht, sondern kann auch Stösse sehr gut abfedern.

Biologie

Der Regenbogentukan lebt in Schwärmen von 6 bis 12 Tieren, welche gemeinsam in Baumhöhlen übernachten. Sie sind sehr verspielt, oft necken sie sich gegenseitig, schlagen ihre Schnäbel wie die Schwerter von Fechtern aneinander oder werfen Beeren hoch, die ein Artgenosse fangen muss. Tukane baden gern, am liebsten dort, wo sich Vertiefungen in einer Astgabel oder in einem dicken waagrechten Ast mit Regenwasser gefüllt haben. Gemäss neuesten Erkenntnissen spielt der riesige Schnabel des Tukans eine wichtige Rolle bei der Thermoregulation. Er ist stark durchblutet und über ihn kann, je nach Aussentemperatur, Wärme abgeben oder gespeichert werden. Die Nahrung der Tukane besteht weitgehend aus Früchten. Deren Samen werden vom Tukan nicht verdaut und an anderen Stellen wieder vollständig ausgeschieden. Der Vogel trägt somit zur Verbreitung bestimmter Pflanzenarten bei. Ausserdem bereichern Tukane ihren Speisezettel mit Insekten, Spinnen und anderen kleinen wirbellosen Tieren. Sie erbeuten auch fliegende Termiten. Der Tukan frisst aber auch Eier oder Jungvögel anderer Vogelarten. In der Natur trinken Tukane das tanninhaltige Wasser in den Rosetten der Bromelien. Das Tannin stammt von sich zersetzenden Blättern und hilft, Eisen aus der Nahrung im Körper abzubauen. In der Zoohaltung muss dem Trinkwasser der Tukane daher Tannin beigefügt werden, um gegen die sogenannte Eisenspeicherkrankheit vorzubeugen. Der Regenbogentukan brütet in Baumhöhlen, am liebsten in einer verlassenen Spechthöhle. Es werden zwei bis vier Eier gelegt und die Jungtiere schlüpfen nach einer Brutzeit von 16 bis 20 Tagen. Männchen und Weibchen teilen sich die Brutarbeit und die Aufzucht der Jungen. Die Jungtiere werden 8 bis 9 Wochen lang versorgt, bevor sie ausfliegen.  

Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet des Fischertukans erstreckt sich vom südlichen Mexiko bis nach Kolumbien und Venezuela. Der Regenbogentukan lebt im Tiefland in Baumkronen der Tropenwälder.

Bedrohung

Der Regenbogentukan ist nicht direkt gefährdet. Er ist jedoch im CITES Anhang II aufgelistet, da er anderen selteneren Arten sehr ähnlich sieht. Auch stellt die zunehmende Zerstörung der Wälder eine Bedrohung für ihn dar, da er geschlossene Vegetation bevorzugt. Die Hauptfeinde erwachsener Tukane scheinen Greifvögel zu sein; manchmal fangen sie Tukane die fast so gross sind wie sie selber. Der Regenbogentukan kommt unter anderem auch im Papiliorama-Reservat Shipstern in Belize, Zentralamerika vor (www.itcf.ch). Durch das Reservat kann das Papiliorama nebst der Zucht zur Arterhaltung in der Schweiz auch direkt im Verbreitungsgebiet zum Schutz dieser Tierart beitragen.