Systematik

OrdnungCarnivora
Familie Felidae
Unterfamilie
Gattung Felis
Art Felis pardalis

Beschreibung

Der Ozelot gehört zu den Kleinkatzen und wiegt maximal 15 kg. Männchen sind etwas grösser als Weibchen. Die Grundfärbung des weichen Fells variiert an der Oberseite von gräulich über gelblich-braun bis orange und ist je nach Lebensraum unterschiedlich: Bewohner von Regenwäldern sind eher orange- oder ockerfarben, während die Tiere der trockenen Regionen meist grau gefärbt sind. Die Unterseite ist stets heller, meist weisslich. Das Fell der Ozelots ist mit schwarzen, ring- bis rosettenartigen Flecken bedeckt, die streifenförmig angeordnet sind. Charakteristisch sind die weissen Flecken hinter den Ohren. Wie bei allen Katzen sind die Reisszähne sowie die zu Fangzähnen vergrösserten Eckzähne gut entwickelt.

Biologie

Der Ozelot ist eine scheue, einzelgängerische Kleinkatze. Sie kann sehr gut klettern und schwimmen, ist aber hauptsächlich ein Bodenbewohner. Die Territorien der Männchen betragen in der Regel etwa 5-7 km² und überlappen die (kleineren) Territorien mehrerer Weibchen. Die Territorien werden mit Duftspuren, aber auch mit optischen Spuren (Kratzern an Bäumen, Kot an gut sichtbaren Stellen) markiert. Auf seinen nächtlichen Streifzügen erbeutet der Ozelot kleine Nager wie Mäuse und Ratten, Meerschweinchen, Pakas, Agutis und Baumstachler; ferner auch Hasenartige, Affen, kleine Hirscharten, Vögel, Echsen und Wirbellose. Er reisst auch Hühner und sogar Kälber. Die einzelgängerischen Tiere kommen nur für die Paarung zusammen und gehen nach erfolgreicher Befruchtung wieder getrennte Wege. Nach einer Tragzeit von etwa 80 Tagen werden ein bis drei Junge geboren. Sie sind blind und hilflos bei der Geburt und werden in den ersten Wochen von der Mutter an einem sicheren Ort versteckt. Im Alter von sechs bis neun Monaten machen sie sich dann selbständig.

Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet des Ozelots erstreckt sich von den südlichen Vereinigten Staaten bis ins nördliche Argentinien. Heute sind sie aber in den Vereinigten Staaten auf den äussersten Süden von Texas beschränkt und die dortige Population ist mit rund 100 Tieren sehr klein. Sie leben auch auf der Insel Trinidad. Die zahlenmässig grössten Populationen finden sich heute im Amazonasbecken. Ozelote bewohnen Tropenwälder, Buschland, Halbwüste und Sumpfgebiete. Allzu offene Gebiete meiden sie jedoch, da sie für ihren Jagderfolg und als Rückzugsplätze auf dichtere Vegetation angewiesen sind.

Bedrohung

Leider wurden Ozeloten in der Vergangenheit sehr stark bejagt, wegen ihrem wunderschönen Fleckenfell. Dank CITES und einem veränderten Bewusstsein gegenüber Pelzartikeln, konnte die Situation in den vergangenen Jahren wieder etwas entschärft werden. Es gibt aber nach wie vor illegale Wilderei auf Ozeloten. Das grössere Problem ist jedoch die Zerstörung seines natürlichen Lebensraums. Zwar vermag er als anpassungsfähiger, bodenlebender Jäger Veränderungen in seiner Umwelt in einem gewissen Mass ertragen. Wenn jedoch die Vegetation zerstört wird und die Beutetiere dadurch verschwinden, so hat auch der Ozelot keine Überlebenschance. Zu den natürlichen Feinden zählen unter anderem Riesenschlangen, Pumas, Jaguare und Harpyien (grosse, kräftig gebaute Greifvögel). Der Ozelot kommt unter anderem auch im Papiliorama-Reservat Shipstern in Belize, Zentralamerika vor (www.itcf.ch). Durch das Reservat kann das Papiliorama nebst der Zucht zur Arterhaltung in der Schweiz auch direkt im Verbreitungsgebiet zum Schutz dieser Tierart beitragen. Das Reservat bietet ein Rückzugsgebiet in Belize, wo der Jagddruck auf den Ozelot leider immer noch sehr stark ist. Ohne die Reservate hat diese Tierart wie so viele andere in den Tropen kaum eine Überlebenschance. „Der einzige, der einen Ozelotpelz wirklich braucht, ist der Ozelot.“ Bernhard Grzimek