Systematik

OrdnungLepidotptera
FamilieNymphalidae
UnterfamilieHeliconiinae
Gattung Heliconius
Art Heliconius erato (Kleiner Postbote)

Beschreibung

Der Kleine Postbote hat eine Flügelspannweite von 6.7 bis 8 cm. Die vorderen Flügel sind verlängert und schwarz mit einem gut abgegrenzten vertikalen rosaroten, breiten Band; die Unterseite ist mit vier roten Flecken an der Basis des Flügels bestückt. Die hinteren Flügel sind schwarz und oben mit einem feinen, horizontalen, blassgelben Band gezeichnet; die Unterseite ist ähnlich. Das Aussehen von H. erato variiert nach Region (Polymorphismus). Die Augen sind gross und die Antennen lang. Die Raupen sind weiss mit schwarzen Flecken und besitzen ziemlich kurze Dornen. Der Kopf ist gelbbraun mit schwarzen Hörnern. Die Puppen sind braun mit goldenen Flecken, und ausserdem sind sie mit schwarzen Dornen und langen Hörnern ausgestattet.

Biologie

Wie alle Schmetterlinge der Gattung Heliconius ernährt sich Heliconius erato auch von Pollen (z.B. von Cucurbitaceae wie Psiguria sp. et Gurania sp.). Diese hochspezialisierte Ernährungsweise verleiht ihnen ihre unglaublich lange Lebensdauer. Die Futterpflanzen der Raupen gehören alle zu den Passifloraceae: Passiflora talamancensis, P.coreacea, P. biflora. Der Kleine Postbote ist tagaktiv. Diese Schmetterlinge versammeln sich in kleinen Gruppen, um die Nacht etwa zehn Meter über dem Boden an Zweigen hängend zu verbringen. Sie kehren jeden Tag an dieselbe Stelle zurück. Die Männchen klammern sich an die Puppen der Weibchen und paaren sich mit ihnen, sobald sie zu schlüpfen beginnen. Die Schmetterlinge können mehrere Monate alt werden –dank den Aminosäuren, die aus dem Pollen stammen. Heliconius erato weist eine Müllersche Mimikry (gegenseitige Nachahmung des Aussehens mehrerer nicht essbarer Arten) mit Heliconius melpomene auf. Die Art ist aber dennoch durch einige kleine Einzelheiten unterscheidbar: zum Beispiel hat H. erato an der Basis vier rote Punkte auf der Unterseite der hinteren Flügel, während H. melpomene davon nur drei hat; der Rand des roten Bandes der vorderen Flügel ist bei H.erato deutlicher, während er bei H. melpomene verschwommen ist. Die lebhaften Farben der Schmetterlinge der Gattung Heliconius dienen dazu, mögliche Fressfeinde zu warnen, dass sie giftig sind (Aposematische Farben). Bei den Schmetterlingen der Familie Nymphalidae ist das erste Beinpaar verkürzt. Sie benutzen daher nur vier zum Gehen.

Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet von Heliconius erato erstreckt sich von Mexiko bis ins Amazonasbecken. Der Kleine Postbote ist auf der Atlantik- und Pazifikküste bis zu 1600 m anzutreffen. Er kommt in tropischen und subtropischen Sekundärwäldern, auf diskontinuierlichen Gebieten vor und man sieht ihn häufig am Boden in Waldlichtungen, in Kaffeeplantagen und auf offenen Wiesen, in Gesellschaft von H. melpomene.

Bedrohung

Heliconius erato ist nicht gefährdet.