Systematik

Ordnung Artiodactyla
Familie Tayassuidae
Unterfamilie
Gattung Pecari
Art Pecari tajacu

Beschreibung

Halsbandpekaris sind braunschwarz mit einem gelbweissen Band im Halsbereich. Sie sind etwa 1m lang und haben einen kurzen Schwanz von ca. 12 mm. Die Schulterhöhe ist ca. 80 cm und das Gewicht kann 13 bis 25 kg betragen. Der Kopf ist massiv mit kleinen Ohren und Augen. Die Hauer sind im Gegensatz zu denjenigen des Europäischen Wildschweins gerade. Ihre Beine sind kurz und zierlich. Pekaris verdienen den Namen Schweine äusserlich nur, weil sie ein Borstenkleid und einen Rüssel besitzen. In allen wesentlichen Merkmalen (Gebiss, Magen und Fuss) gleichen sie dagegen den Wiederkäuern.

Biologie

In ihrer Lebensweise gleichen die Pekaris im Grossen und Ganzen unseren Wildschweinen. Auch sie lieben dichte Vegetation, suhlen gern und schwimmen gut. Meist leben sie in kleineren Gruppen, mitunter schliessen sie sich zu grossen Herden von bis zu 20 Tieren zusammen. Die Herde hält eng zusammen; ernsthafter Futterneid oder Kämpfe zwischen Gruppenangehörigen werden nur selten beobachtet. Wird das Pekari aufgeschreckt, so strömt es zur Verteidigung einen starken Moschusduft aus Drüsen hinter den Augen und auf dem Rücken aus. Bei Gefahr kann es sich mit seinen kräftigen Hauern gut verteidigen. Halsbandpekaris sind wahre Allesfresser und ernähren sich von Beeren, Kräutern, Gräsern, Knollen und Wirbellosen. Manchmal werden aber auch Reptilien und sogar giftige Schlangen verspeist. Weibchen sind im Alter von 8 bis 9 Monaten geschlechtsreif, Männchen zwischen 11 und 12 Monaten. Innerhalb einer Herde lassen sich paarungswillige Weibchen von mehreren Keilern begatten; Streitigkeiten zwischen den Männchen scheinen dabei nur selten aufzutreten. Nach einer Tragzeit von 140–150 Tagen bringt das Weibchen einmal jährlich durchschnittlich zwei Junge zur Welt, welche der Mutter einige Stunden nach der Geburt bereits folgen. Sie wiegen bei der Geburt rund 500 g. Weibchen haben nur einen Wurf pro Jahr.

Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet des Halsbandpekaris erstreckt sich vom Südwesten der USA über Mittel- und Zentralamerika, bis Nord-Argentinien. Es lebt auch auf Trinidad. Das sehr anpassungsfähige Halsbandpekari kommt in verschiedenen Lebensräumen, wie Tropenwäldern, Savannen, Grassteppen und Halbwüsten vor, es dringt sogar bis in die Berge der Andenausläufer vor. Offenbar bevorzugt es steile Flusstäler und Dickichte.

Bedrohung

Das Halsbandpekari ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes noch ziemlich häufig, da es sich als sehr anpassungsfähig erweist. Die Hauptfeinde sind der Jaguar, der Puma und der Mensch. Im Süden fallen sie manchmal Kaimanen zum Opfer. Pekaris bemerken herannahende Feinde vor allem durch ihr Gehör. Gesichts- und Geruchssinn sollen schlechter ausgebildet sein. Das Halsbandpekari kommt unter anderem auch im Papiliorama-Reservat Shipstern in Belize, Zentralamerika vor (www.itcf.ch). Durch das Reservat kann das Papiliorama nebst der Zucht zur Arterhaltung in der Schweiz auch direkt im Verbreitungsgebiet zum Schutz dieser Tierart beitragen.