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Einweihung neue Zuchtstation

Heute hat das Papiliorama in Kerzers eine neue Zuchtstation und eine K├╝che eingeweiht. Sie sind Teil des neuen Null-Kulissen-Konzepts, mit dem die Stiftung mehr Transparenz schafft. Und sie sollen gew├Ąhrleisten, dass das Papiliorama seine wichtige Rolle als zoologische Einrichtung bei der Erhaltung von bedrohten Tierarten langfristig aufrechterhalten kann.

Die heute im Papiliorama in Kerzers eingeweihte Zuchtstation wird den Anspr├╝chen eines modernen Zoos gerecht. Sie ersetzt die bestehende Anlage, die 2003 nach dem Umzug des Papiliorama nach Kerzers kurzfristig aufgebaut wurde. Der Plan, die nicht mehr zeitgem├Ąsse Zuchtstation umzubauen, entstand bereits 2009. Die Zucht ist eine wichtige Aufgabe eines modernen Zoos. Sie ist mit hohen Kosten und grossem Arbeitsaufwand verbunden. Die Arbeit der Zoologen jedoch blieb der ├ľffentlichkeit bisher verborgen. Um sie auch dem Publikum zug├Ąnglich zu machen, entschieden die Verantwortlichen, die erweiterte Zuchtstation im Nocturama offen zu gestalten. Das Null-Kulissen-Konzept, das in der Kerzerser Institution auch die Installationen, Arbeiten und Abl├Ąufe im Hintergrund sichtbar machen soll, war damit geboren. Mit dem Null-Kulissen-Konzept will das Papiliorama nicht nur dem Publikumswunsch entgegenkommen, hinter die Kulissen blicken zu k├Ânnen. Es soll den Besuchern vielmehr auch besser verst├Ąndlich gemacht werden, wie moderne Zoos funktionieren und welche ihre Aufgaben sind. Eine Ausstellung im Bereich der Zuchtstation besch├Ąftigt sich deshalb seit neuestem mit der Rolle von Zoos bei der Erhaltung von bedrohten Tierarten und mit der Frage, weshalb Zoos in Zukunft noch wichtiger werden.

 

 
Realisiert dank mehrerer Geldgeber

W├Ąhrend die neue K├╝che rasch umgebaut und in Betrieb genommen werden konnte, dauerte der Umbau der Zuchtstation l├Ąngere Zeit. Ab 2011 begann ein Team des Papiliorama, den Bereich mit bescheidenen finanziellen Mitteln umzubauen. Erst dank zus├Ątzlichen Spenden und Darlehen mehrerer Geldgeber konnte der Umbau schliesslich abgeschlossen werden. So unterst├╝tzte die Loterie Romande zum wiederholten Mal ein konkretes Projekt des Papiliorama. Auch der Lotteriefonds des Kantons Berns beteiligte sich an den Kosten. Ausserdem erhielt die Kerzerser Stiftung ein Darlehen des Kantons Freiburg.


F├╝hrende Institution f├╝r bedrohte Arten

In der Zuchtstation werden nachtaktive Arten wie Nachtaffen, Greifstachler, Faultiere und die meerschweinchenartigen Pakas gez├╝chtet. Sie leben bereits seit 1994 im Nocturama und geh├Âren zu den wichtigsten Arten des Papiliorama. Seit Anbeginn war das Papiliorama um eine nachhaltige Zucht bem├╝ht und hielt deshalb jeweils nicht nur ein Paar, sondern mehrere Tiere. So sollte gew├Ąhrleistet sein, dass bereits der Bestand in Kerzers eine grosse genetische Vielfalt aufweist. Mit seiner Zuchtarbeit schwang sich das Papiliorama rasch zu einer der f├╝hrenden Institutionen in der Erhaltung der europ├Ąischen Populationen dieser Arten auf. Die Biologen aus Kerzers sind in der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) engagiert und nehmen seit einigen Jahren auch die Aufgabe als Koordinatoren f├╝r die Nachtaffen, die Greifstachler und die Pakas wahr. In dieser Funktion ├╝berwacht das Papiliorama nicht nur die eigene Zucht, sondern auch den gesamten europ├Ąischen Bestand.


Komplexes ┬źKochen┬╗ f├╝r Tiere

Ebenfalls Teil des neuen Null-Kulissen-Konzepts ist die heute offiziell eingeweihte K├╝che. Besucher k├Ânnen bereits seit einem Jahr durch grosse Glasscheiben hindurch beobachten, wie die Tierpfleger die Nahrung f├╝r die rund 2000 Tiere des Papiliorama zubereiten. Sie stellen gegen 50 unterschiedliche Menus pro Tag zusammen. Diese werden t├Ąglich variiert, damit die Tiere vollwertige, abwechslungsreiche und auf sie abgestimmte Nahrung erhalten. Weil das ┬źKochen┬╗ f├╝r die Tiere mittlerweile sehr komplex geworden ist, arbeiten die Tierpfleger mit einer eigens programmierten Software. Der Erweiterungsbau der K├╝che wurde finanziell durch die Vontobel-Stiftung unterst├╝tzt.


Krise der Arten im 21. Jahrhundert

Das 21. Jahrhundert wird die Zoologie vor grosse Herausforderungen stellen. Bereits heute ist abzusehen, dass sich das im 20. Jahrhundert eingesetzte Aussterben bedrohter Rassen in naher Zukunft verst├Ąrken wird. In weniger als zwei Jahrzehnten werden zahlreiche Arten so weit dezimiert sein, dass ihr ├ťberleben in Frage steht. Es wird dann eine politische Frage sein, welche Arten gerettet werden und welche ihrem Schicksal ├╝berlassen werden sollen. Angesichts dieser Entwicklung sieht es die Stiftung Papiliorama bereits heute als unumg├Ąnglich an, die genetische Vielfalt verschiedener Tierarten zu erhalten und zu sichern ÔÇô auch f├╝r Arten, die heute noch nicht akut gef├Ąhrdet sind. Dabei kommt zoologischen Einrichtungen eine zentrale Rolle zu. Sie sind dank mehr als 150j├Ąhriger Erfahrung in der Lage, den Weiterbestand verschiedener Arten l├Ąngerfristig zu sichern. Sobald ein Bestand empfindlich dezimiert ist, d├╝rfte f├╝r die Zoos ein Wettlauf gegen die Zeit beginnen: Nur wenn die letzten Exemplare einer Art in Zoos platziert und weiter gez├╝chtet werden, besteht die Chance darauf, sie dereinst wieder in freier Natur aussetzen zu k├Ânnen. Entsprechend werden auch die Arbeit der Zoos und internationale Zuchtprogramme f├╝r die weltweite Erhaltung einer gesunden Fauna noch wichtiger werden. Eine Ausstellung im Bereich der Zuchtstation greift seit neustem Fragen im Zusammenhang mit der Rolle von Zoos auf.


 

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